Telekom und die Drosselung (oder: Ein Kunde weniger)

Vor 3 Tagen haben etliche Seiten über das berichtet, was für mich das letzte Argument darstellt zu einem „Billiganbieter“ zu wechseln: Die Telekom erwägt ab Mai eine Drosselung der Leitungen, sofern ein bestimmtes Download- bzw. Uploadvolumen erreicht wurde [1][2]. Was bis dato nur als „Erwägung“ bezeichnet wurde, ist mittlerweile bestätigt und ich habe bei meiner versuchten Vertragsverlängerung die neuen Konditionen, in Form einer Fußnote, bereits zu Sicht bekommen [3].

Telekom_Drosselung

Wenn man die Telekom seit Börsengang vor 13 Jahren im Jahr 1996 so beobachtet, fragt man sich, was die eigentlich für ein Problem haben. Ich persönlich habe drei Theorien:

1. Kunden von der Telekom sind einfach zu teuer. Jetzt zahlt man als Kunde schon das Doppelte zum üblichen Marktpreis und dennoch muss die Telekom mit versteckten Klauseln den – Grund auf bösartigen Schmarotzer – Kunden regulieren. Bei den Preisen hatte ich bislang angenommen, dass 90% der Kunden am Starnberger See wohnen und mit iPad und iPhone insg. sieben Emails am Tag über ihre Tastatur wischen. Scheinbar habe ich mich getäuscht: 90% der Kunden sind alles Piraten und solche, die einen zwanghaften Downloadtrieb haben.

2. Weitere denkbare Erklärung wäre auch das überdurschnittliche Kundenalter: Einst von der Post übernommen, gibt es Kunden, die jenseits der 70 Jahre, nichts Besseres zu tun haben und täglich 6 Stunden bei der Telekom Hotline anrufen, um mit wem sprechen zu können. Das wäre auch eine plausible Erklärung, wieso ich nach Feierabend immer äußerst genervte Gesprächspartner am Telefon antreffe, sollte ich alle zwei Jahre Mal anrufen, um meinen Vertrag ändern zu wollen.

3. Meine dritte Theorie erscheint mir jedoch am wahrscheinlichsten. Der Prozessapparat bei der Telekom ist direkt proportional zur Verwirrung derer, die die T-Aktie auf den Markt gebracht haben und derer, die den Wert „nihiliert“ haben. Man hat zu viele Mitarbeiter und ist nicht in der Lage mit effizienten Prozessen diese zu steuern und zu lenken.

Welche Theorie auch stimmen mag, es führt dazu, dass ab – vermutlich – Mai die Tarife gedrosselt werden. Die Leistungsbeschreibung von Entertain enthält diese Klausel zwar (noch) nicht [4], aber bei der Vertragsverlängerung über das Kundencenter ist besagte Fußnote [3] zu finden.

Was meine Person betrifft, war ich immer ein Freund und Anhänger der Telekom. Ich war vom Service meistens überzeugt (außer in der Situation aus Theorie Nr. 2). Mir war allerdings auch bewusst, dass ich ordentlich drauf zahle mit einer monatlichen Grundgebühr von fast 50 Euro. Mit meinem Mobilfunkanschluss bin ich bereits zur Billigkonkurrenz gewechselt (und komme mir gar nicht so billig dabei vor). Und nun wird auch mein Heimanschluss umgezogen.

Obwohl ich berufstätig bin und mir Filme über legales Streaming auf den Fernsehr schicke, komme ich mit Spotify, Lovefilm, Online-Backups, Gaming und Co gut und gerne auf über 200GB. In Zukunft gedrosselt –  zumindest so lange mein Vertrag nicht verlängert wird. Denn Bestandskunden mit laufendem Vertrag wird das vorerst nicht treffen. Aber ich gehe einen Schritt weiter. Ich verlängere meinen Vertrag nicht: Ich kündige. Danke Telekom. Danke für die vielen ACKs, aber dieses Mal sage ich NOT ACK.

[1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Telekom-erwaegt-Volumendrosselung-bei-DSL-1828179.html

[2] http://www.zeit.de/digital/internet/2013-03/telekom-internet-drosselung

[3] http://cmmx.de/wp-content/uploads/2013/03/Telekom_Drosselung.jpg

[4] http://www.telekom.de/dlp/agb/pdf/40926.pdf

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